Kursreihe B - VERTIEFUNG - Eutoniepädagogik

Das Ziel der Ausbildung zum/zur Eutoniepädagogen/-pädagogin mit Zertifikat ist, Eutonie im Beruf einzusetzen, sei es im Unterricht direkt oder in der Arbeit mit Schülern, Klienten, Eltern und Kollegen.
Mit 7 dreitägigen Wochenendseminaren und ergänzenden Online-Modulen zwischen den Seminarwochenenden werden die bisherigen Eutonie-Erfahrungen vertieft, durch theoretischen Unterricht erweitert und durch Anatomie- und Neurologie-Unterricht ergänzt. Dieser Ausbildungsteil zeichnet sich durch zielgruppen- und persönlichkeitsorientierte Eutonie-Didaktik und -Methodik aus. Die Themen der 7 Unterrichtsmodule Kursreihe B – Eutoniepädagogik bauen aufeinander auf.

Inhalte

1. Vertiefung der Basis aus der Grundausbildung:


Oberflächen- und Tiefensensibilität

  • Sensibilisierung und differenzierte Wahrnehmung der Haut, Muskeln und Knochen über das Sich-Bewusstmachen der Berührung.
    Das Erleben von Berührung in ihrer unterschiedlichsten Ausprägung von streichend, klopfend, druckgebend etc. vermitteln ein erfahrbares Verständnis von Oberflächen- und Tiefensensibilität und die damit verbundene Auswirkung auf vitale Reaktionen wie Schmerz, Angst, Lösung im menschlichen Organismus. Hier kommt auch der Einsatz von Materialien wie Kirschkernkissen, Kastanien, Overbälle u.a. zum Einsatz.

Kontakt

  • Kontaktfähigkeit, Grenzbewusstsein und das Setzen von Grenzen, aber auch das Wahrnehmen der eigenen inneren Räume werden gefördert.
    Die Wirkung von Kontaktübungen vermittelt sich uns mit einer verbesserten Regulierung des Stoffwechselgeschehens, belebenden Zirkulation, Lösung von Schmerz.

Bewusstmachung des Transportreflexes, d. h. die bewusste Anwendung des propriozeptiven Haltungsreflexes

  • Die bewusste Aufrichtung entlang der Knochenstruktur mit Hilfe der autochthonen Muskulatur ist die Kerneffizienz in der Eutonie, um ökonomische, natürliche, kraftregulierende und fließende Bewegung für sich neu zu entwickeln und bleibend zu nutzen.
  • Das Erlernen des Transportreflexes vermittelt Sicherheit und Stabilität in der eigenen Bewegung. Dadurch stärkt er in der Sturz- und Schwindelprophylaxe als auch in der Mobilisation und Rehabilitation das Vertrauen in die eigene Kraft.

Intension

  • Intention ist die bewusste Vorbereitung auf eine Bewegung hin.
  • Die Übung der Intension fördert einen ökonomischen Krafteinsatz und hilft uns sich auf eine Situation einzustellen.
  • Intention als Mittel zur Tonusregulierung fördert die Achtsamkeit als Basis für unser Tun.

2. Bewegungsentwicklung

Entwicklung einer isolierten Bewegung zu einer konsequenten Bewegung: Bewegungsstudien - Improvisation - Gestaltung

Zeichnen

Improvisation

Gestaltung

3. Kontrollpositionen

Faszienarbeit in Bezug zu den Kontrollpositionen

Fersensitz
Kontrolle der Zehen und Knie

Scherensitz
Kontrolle der Hüftgelenke (Oberschenkel-, Beckenbodenmuskulatur

Candelabri
Kontrolle von Schulter-, Arm- und Fingermuskulatur

4. Medizinische Theorie und Anwendungsfelder

Anatomie

  • Funktionelle Anatomie (Kenntnisse Bewegungsapparat mit Gelenken, Funktionsketten, Faszien, Herz-Kreislauf-Regulation, Psycho-immunologie)
  • Nervensystem, Sinnesorgane
  • Neurobiologische und physiologische Erklärungsmodelle (Faszien, Bewegungskoordination, Atemkoordination, Sensorisches Lernen)
  • Relevante Aspekte aus dem psychologischen, neurowissenschaftlichen und sportmedizinischen Bereich

Anwendungsfelder

Eutonie in der Anwendung ausgewählter Krankheitsbilder

  • Chronisches Schmerzsyndrom, Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose, Rheuma), neurologische Erkrankungen (Schlaganfall, Parkinson), Spannungsschmerzen bei Schulter/Kiefer/Kopf
  • Körperliche Einschränkungen
  • Traumata

Kindesentwicklung

Eutonie in der Anwendung ausgewählter Berufe

Eutonie in der betrieblichen Gesundheitsförderung

  • Prävention
  • Krankheit - Gesundheit
  • Stressmanagement

5. Pädagogik und Beruf

Pädagogik

  • Wirksamkeit, Kombination, Anwendung der Eutonie-Prinzipien
  • Stimme und Sprache im Unterrichten
  • Eutonie-Didaktik und Methodik im Rahmen der Pädagogischen Werkstatt

Supervision

  • Berufsrelevante Anliegen zum Rollenverständnis als Eutoniepädagoge
  • Supervision und Interventionen in Einzel und Gruppe
  • Feedbackkultur
  • Arbeit mit dem inneren Kind
  • Skulpturenarbeit
  • Würdigung von Ambivalenz und Multivalenz

Marketing in eigener Sache

  • Selbständigkeit
  • Präsentation (Homepage, Flyer, Visitenkarten)
  • Netzwerk
  • Finanzmanagement
  • Selbstfürsorge

6. Zertifikat

Für das Erhalten des Zertifikates gelten folgende Voraussetzungen:

• Teilnahme Grundausbildung Basis A in Präsenz und Eigenarbeit (180 UE)
• Teilnahme Vertiefung in Präsenz, Praxis und Eigenarbeit (300 UE)

Nach erfolgreichem Abschluss der Eutoniekursleiterausbildung, erhält der/die TeilnehmerIn ein Zertifikat von „eutonie-darmstadt“ mit der Berechtigung, sich Eutoniepädagog*in nach der Methode Gerda Alexander zu nennen.

Das Zertifikat bescheinigt die Kompetenz, Eutonie in der Gruppe in der eigenen Berufsausübung anzuwenden und zu integrieren.